WTA-Finale wird zur peinlichen Lachnummer

Marketa Vondrousova

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Lassen Sie uns gleich zu Beginn klarstellen, dass wir das Thema WTA und seine Herausforderungen in der nächsten Ausgabe des Sport Journals ausführlich behandeln werden.

Das Jahresfinale mit den besten acht Tennisspielerinnen der Welt sollte normalerweise, neben den Grand-Slam-Turnieren, der Höhepunkt im Damen-Tennis sein. Doch in diesem Jahr ist das ganz und gar nicht der Fall!

Das Interesse der Fans vor Ort? Minimal. Der Tennisplatz? Kurzfristig zusammengeflickt und weit entfernt von optimal. Der starke Wind stellt die Profis vor zusätzliche Herausforderungen. Das Turnier in Cancun, Mexiko, ist ehrlich gesagt nicht würdig, die sportliche Bedeutung des Events angemessen zu repräsentieren.

Iga Swiatek, die polnische Weltranglisten-Zweite (22), drückte es so aus: "Ich hoffe, dass beim nächsten Spiel mehr Fans im Stadion sind." Nach ihrem Sieg gegen Marketa Vondrousova (24) appellierte sie fast verzweifelt: "Leute, bitte kommt und schaut uns zu. Wir geben 100 Prozent in jedem Match." Nicht nur die halb leeren Ränge sorgen für Frustration. Das Stadion fasst ca. 4000 Zuschauer. Auch der Zustand des Spielfelds entspricht nicht den Erwartungen der Spielerinnen.

Wimbledon-Siegerin Marketa Vondrousova sagte: "Das fühlt sich nicht wie die WTA-Finals an." Sie ging sogar so weit zu sagen, dass der Platz nicht einmal für ein Turnier mit einem Preisgeld von 15.000 Dollar geeignet wäre. Nach zwei Niederlagen in ihren ersten beiden Gruppenspielen hat Vondrousova nur noch theoretische Chancen auf das Halbfinale.

Ähnliche Äußerungen gab es bereits zu Beginn des Turniers von der Weltranglisten-Ersten Aryna Sabalenka (25). Sie äußerte sich besorgt über die Spielsicherheit auf diesem Platz und fühlte sich nicht ausreichend respektiert. Sie betonte, dass auch viele andere Spielerinnen ähnliche Bedenken haben.

Der Grund für diese Kritik liegt im späten Aufbau der Sportstätte in Cancun und den damit verbundenen Einschränkungen. Unter anderem durften die Spielerinnen nicht vor Beginn des Turniers auf dem Platz trainieren. Sabalenka erklärte: "Das ist für mich nicht akzeptabel, wenn so viel auf dem Spiel steht." Cancun wurde erst am 7. September offiziell als Austragungsort für das Saisonabschlussturnier der besten acht Spielerinnen des Jahres bestimmt, nachdem die WTA zuvor erwogen hatte, das Event in Saudi-Arabien auszurichten.

Eventuell wäre es angebracht, wenn internationale Verbände das Hauptaugenmerk mehr auf Tennis legen würden.

Wie schon in der Einleitung beschrieben, werden wir das Thema WTA und seine Herausforderungen in der nächsten Ausgabe des Sport Journals ausführlich behandeln.